Liste der Artikel in der "WochenZeitung"

11. Februar 2010, Nr. 6, S. 7: "Ein Schweizer namens Fürst. Eine Berner Spionageaffäre. Jakob Fürst, ein Schweizer Nazi, spionierte 1942 als "Kanzleigehilfe" den US-Militärattaché aus und stürzte die alliierten Geheimdienste in eine Krise. Die USA mussten deshalb ihr Geheimdienstnetz an der "Schwelle des Deutschen Reiches" mitten im Krieg völlig neu aufbauen."


15. März 2007, Nr. 11, S. 16: "Als plädierte Cicero vor einem US-Gericht" (Besprechung des Romans "Imperium" von Robert Harris)


11. Januar 2007, Nr. 2, S. 10/11: "Jagd durch die Hölle. Sechstagerennen. Von Höchstgeschwindigkeiten in Steilkurven, Publikumseuphorie und einer Schlägerei unter Sportlern"


14. Dezember 2006, Nr. 50, S. 11: "Sechstagerennen. Genuin proletarisch"


4. Dezember 2003, Nr. 49, S. 26: "Was vom Leben bleibt. Nachruf auf Christoph Dziedzinski. Plötzlich sterben - oder wenn das Herz bricht"


28. März 2002, Nr. 13, S. 7: "Bergier Kommission. Histoire Fiction: Was wäre passiert, wenn der Bundesrat schon im Mai 1945 offen informiert hätte? Es wäre eine andere Schweiz geworden"


15. April 1999, Nr. 15, S. 24: "Zwischen Weltkrieg und Kaltem Krieg. Fortdauer autoritärer Strukturen. [Besprechung des Buches "Politik und Wirtschaft im Krieg. Die Schweiz 1938-1948" (Chronos Verlag Zürich 1998) von Hans Ulrich Jost]

 

4. Dezember 1997, Nr. 49, S. 4: "'Wir gehen über Leichen'. Archivstudie über Nazis und Fröntler in Luzern" [Besprechung des Buches "Frontisten und Nationalsozialisten in Luzern 1933-1945" (Luzern 1997) von Hans Stutz]

 

4. Juli 1997, Nr. 27, S. 8: "Menschentransporte. Zum BBC-Film 'Nazi-Gold'"

 

31. Januar 1997, Nr. 5, S. 23, [Kapitel 9 "Auf animalische Weise" des von Constantin Seibt konzipierten und redigierten "WoZ-Winterkrimi" mit dem Titel "Balalaika-Blues"; die zehn Autorinnen und Autoren schrieben ihre kurze Passage ohne Kenntnis der Texte der anderen, aber zu einem vorgegebenen Grundszenario]

 

24. Januar 1997, Nr. 4, S. 7: "Akteure mit Glaubwürdigkeitsproblemen. Vom Umgang mit der Geschichte, wenn's ums Geld geht"

 

27. September 1996, Nr. 39, S. 22: "Fliegende Untertassen, Monster und Illusionsmaschinen. Besuch in den Studios von Cybertopia, Hollywood"

 

7. Juni 1996, Nr. 23, S. 24: "Treibsand des Vergessens. Erinnern und Durcharbeiten: Über Gedenktage hinaus" [Besprechung des Buches "Fünfzig Jahre danach. Zur Nachgeschichte des Nationalsozialismus" mit den Texten der gleichnamigen Vortragsserie an der Universität Zürich 1994/95, herausgegeben von Sigrid Weigel und Birgit R. Erdle]

 

25. August 1995, Nr. 34, S. 8: "Geschichte einer Zukunft. Bundesarchiv: Aufarbeitung der unmittelbaren Nachkriegszeit"

 

16. Juni 1995, Nr. 24, S. 5: "Mythos der Alpenfestung. Soll die Denkmalpflege ausgediente Militärbunker retten?"

 

12. Mai 1995, Nr. 19, S. 3: "Geschichtsstunde der Nation. Staatliche Gedenkfeiern zum Kriegsende: Zurechtgebogene Erinnerungen nach wie vor"

 

5. Mai 1995, Nr. 18, S. 12: "Lücken im Gedächtnis. Akten über den Zweiten Weltkrieg im Bundesarchiv: Zugänglich von Fall zu Fall"

 

14. April 1995, Nr. 15, S. 25: "Von der Peinlichkeit des Erinnerns. Der 8. Mai 1945 und die Schweiz"

 

3. Juni 1994, Nr. 22, S. 7: "Wie die Schweiz den Krieg verlängerte. 6. Juni 1944. Geschäfte mit den Nazis. Kein Pardon für die Befreier"

 

6. August 1993, Nr. 31, S. 12: "Dieses Land missgönnte uns jedes Stück Brot, das wir assen. Schweizerische Schüsse auf die Befreier" [Doppelseite mit einem stark gekürzten Vorabdruck aus meinem Buch "Schüsse auf die Befreier", das dann im November 1993 erschien]

 

17. Juni 1988, Nr. 24, S. 7: "Ein sauberes Umgehungsgeschäft. Goldhandel Südafrika-Schweiz"

 

6. Februar 1987, Nr. 6, S. 7: "Geschichte als Kritik: z.B. Zürich" [Besprechung des Buches "Lücken im Panorama. Einblicke in den Nachlass Zürichs" (Zürich 1986) des "Geschichtsladen Zürich"]

 

21. Dezember 1984, Nr. 51, S. 9: "Zwingli – der reaktionäre Staatsphilosoph. Zum Abschluss der einjährigen Horror-Picture-Show"

[Was diesen Zwingli-Artikel angeht, so war ich damals gerade mal ein knappes halbes Jahr Nationalfonds-Forschungsassistent in einem dreijährigen Projekt der Universität Bern über die bäuerliche Reformation. Daraus wurde dann noch eine Diss, die 1991 (und erneut 2009) von der Universität Bern auch angenommen wurde und nach etlichen Überarbeitungen, im Sommer 2009 in endlich in Druck gehen soll. Im Artikel argumentierte ich möglicherweise etwas hart, bedingt vielleicht, im Rückblick, durch eigene Erfahrungen mit zeitgenössischen kantonalzürcherischen Gehorsamswächtern, sprich: mit dem zweimaligen regierungsrätlichen Veto, ohne Begründung, gegen meine Anstellung in Zürich, das eine Mal als Tutor, d.h. als studentischer Semesterassistent, das andere Mal als Forschungsassistent. In der wissenschaftlichen Studie, nach jahrelanger vertiefter Beschäftigung mit dem Stoff, entwickelte ich die Fragestellung. Mir lag vor allem daran, das Phänomen der Selbstüberzeugung im Fundamentalismus zu untersuchen, und zwar in allen Lagern: bei den Katholischen, die gegen die Reformation waren und katholische Bilderstürmer verbrannten, wenn sie sie erwischten, und auch Brandanschläge gegen Bildersturm-Gemeinden führten ("Terrorismus" avant la lettre); bei den Gemäßigten in der Reformationsbewegung, die befürchteten, alles gehe zu Bruch, wenn sie die Ungehorsamen nicht gehorsam machten, und bei den Radikalen, die schließlich im Zürcher Oberland in den Untergrund gingen und eigene Dogmatismen entwickelten. Der Artikel von 1984 dokumentiert einen Anfangsverdacht, der mir als Arbeitshypothese diente, und hält eine persönliche, ironische Empörung fest, die seither eher philosophischer Nüchternheit im Weiterfragen Platz gemacht hat. Auch am Begriff des "Absolutismus" hielt ich nicht fest, obwohl das Regiment der "Gnädigen Herren" in den großen eidgenössischen Stadtherrschaften als eine helvetische Spielart der absoluten Herrschaftsanspruchs der damaligen Zeit angesehen werden kann, wenn auch nicht in so zugespitzter Form wie die Königsherrschaft in Frankreich und Preußen, auf die der Begriff gemünzt ist.]

 

Auszug aus: Peter Kamber, Reformation als bäuerliche Revolution. Bildersturm, Klosterbesetzungen und Kampf gegen die Leibeigenschaft in Zürich zur Zeit der Reformation (1522-1525), Chronos Verlag, Zürich 2009 (aus: Teil 5 "Religion und Politik in der bäuerlichen Reformation")

 

In der kurzen Zeit vom Fastenstreit im Frühling 1522 bis zum Sommer 1524 wurde die Reformation auf der Zürcher Landschaft zur Volksbewegung. Im Kampf um evangelische Predigt, im Bildersturm und im Streit um den Zehnten zeigten sich zwischen Stadt und Land aber deutliche Risse. Jedes neue reformatorische Entscheidungsproblem verwandelte sich umgehend in eine Auseinandersetzung um das obrigkeitlicherseits jeweils gerade noch erlaubte Maß an Radikalität. Die unterschiedlichen Auffassungen in der Frage, wie rasch die Reformation vorangetrieben werden müsste, welche Konsequenzen aus dem Zusammenbruch der alten Kirchenordnung zu ziehen seien, und wie viel die ländliche Bevölkerung bei der Wahl oder Abwahl umstrittener Priester zu sagen hätte, ließen tiefer liegende Interessengegensätze und den alten Konflikt zwischen städtischem Machtanspruch und bäuerlichen Selbständigkeitsbestrebungen hervortreten. Weitere Bruchstellen zwischen städtischer und ländlicher Reformation taten sich auf, als die Zürcher Bauern zu Beginn des Jahres 1524 zum ersten Mal mit Berufung auf das Evangelium die Aufhebung der Leibeigenschaft verlangten und im Juli 1524 beim Ittinger Sturm ein Kloster niederbrannten. Immer offener übernahmen die Bauern die Führung in der reformatorischen Bewegung. Mit der Besetzung des Klosters Rüti und des Johanniterhauses Bubikon im April 1525 und der Ausarbeitung formeller bäuerlicher Forderungskataloge, der sogenannten Artikelbriefe, trat die Reformation auf dem Lande schließlich in ihre revolutionäre Phase. Das neue Verständnis des Religiösen führte zu einer neuen Sicht des Sozialen und Politischen. Die Bauerngemeinden agierten immer autonomer und verlangten teils in Wiederaufnahme und Weiterentwicklung älterer, in früheren Aufständen entwickelter Postulate, teils in Anknüpfung an zeitgemäße reformatorische Gedankengänge neue Austauschverhältnisse und Rechtsbeziehungen zwischen Stadt und Land. Das war der Punkt, an dem der Prozess der Reformation auf dem Land dem Zürcher Rat und der neuen kirchlichen Führungsspitze um Zwingli vollends aus dem Ruder lief. Weshalb es dennoch nicht wie im deutschen Reich zu einem Bauernkrieg kam, sondern bei Massenaufmärschen, Klosterbesetzungen, Abgabeverweigerungen und großen bäuerlichen Vollversammlungen blieb, ist eines der Geheimnisse der Zürcher Reformation, dem wir uns im Folgenden von verschiedenen Seiten nähern wollen.

 

 


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