Geheime Agentin. Roman
BasisDruck Verlag, Berlin 2010, 1385 S.

erschienen am 14. Januar 2010 
Materialien und Besprechungen siehe www.geheimeagentin.de

 

 

Vorab eine Entschuldigung des Autors: Leider schlichen sich zwei kapitale Fehler ein - auf Seite 1294 des Romans (ja, ich weiß, er ist viel zu dick und ich werde nie wieder so einen Ziegelstein produzieren, nur noch kürzere; aber diejenigen, die ihn lesen, können in einigen wenigen Wochen dieselbe Reise durch die Vergangenheit unternehmen, für die ich viele Jahre benötigte, und ab und zu bekomme ich Rückmeldungen von Personen, die es "geschafft" haben, und darüber freue ich mich jedes Mal sehr) muss es richtig "Warm Springs", Georgia heißen (und nicht "Palm Springs", Kalifornien).  Sehr peinlich! Und auf S. 497 gleich noch eine unverzeihliche Verwechslung: Dietrich Bonhoeffer war natürlich der Bruder von Heinrich v. Dohnanyis Frau! Deshalb muss an der Stelle stehen: "Da kündigte Dohnanyi an, der Bruder seiner Frau, der evangelische Theologe Bonhoeffer, werde ..." 

 

Ich bitte darum, das von Hand im Buch korrigieren zu wollen, und danke dem aufmerksamen Leser Herr v. S. sehr für die freundliche Mitteilung!

Peter Kamber (15.1.2014, vier Jahre nach der Veröffentlichung des Romans)
 

 

 

Schon während der Vorarbeiten für mein Sachbuch Schüsse auf die Befreier (1993) stieß ich auf die ersten Figuren dieses Romans und die Bedeutung des kleinen Landes als Spionagedrehscheibe 1939-1945: alliierte und deutsche Geheimdienste, aber auch die verschiedenen deutschen Dienste untereinander, lieferten sich auf Schweizer Boden einen folgenschweren Parallelkrieg. Der Nachrichtendienst der Schweizer Armee und die Schweizerische Bundesanwaltschaft mit ihrem polizeilichen Arm, der Bundespolizei, ließen sich in ein Räderwerk hineinziehen, dessen Geschichte erst in Teilen geschrieben ist.

 

Ich entschied mich ganz bewusst für einen historischen Roman. Denn in der Welt der Geheimdienste selbst sind Fiktion und Wirklichkeit kaum zu trennen. Die Lüge stellt eines der machtvollsten Mittel im Kampf um Macht dar. Agentinnen und Agenten werden sich selbst und anderen zu Kunstfiguren, nur um zu Informationen zu gelangen. Selbst akribische Recherchen vermögen nur in Ansätzen dieses Spiel des Scheins durchdringen. Vielleicht ist den Fiktionen der Geheimdienstmacht gleichberechtigt nur mit der Gegen-Fiktion des Romans beizukommen.

 

Es handelt sich wohlverstanden in allen historischen Aspekten um einen Tatsachenroman. Keiner der geschilderten Vorfälle ist erfunden. Doch ich nehme mir die Freiheit, die Agentinnen und Agenten so zu zeichnen, wie sie nach der geleisteten dokumentarischen Arbeit vor meinen Augen Gestalt annehmen. Der Roman als Kunstform erzählender Reflexion erlaubt diese persönliche Sicht.

 

Auf der Internet-Seite www.geheimeagentin.de sind in einem umfassenden Anhang meine Quellen dargestellt, damit Leserinnen und Leser, die dies wünschen, jederzeit prüfen könnnen, von welchen Dokumenten ich ausging.

 

Die Recherchen begannen im Spätsommer 1997. Danach arbeitete ich zwei Jahre im Schweizerischen Bundesarchiv in Bern die Nachrichtendienst-, Bundesanwaltschafts- und Militärjustizakten aus dieser Zeit durch. Die Ausbeute war beträchtlich. 1999 zog ich wieder nach Berlin, um in den dortigen Archiven die Recherchen weiterzuführen und mit der Niederschrift des Romans zu beginnen. Ein Werkjahr der "Stiftung für kulturelle, soziale und humanitäre Initiativen" in Basel, das um ein weiteres Jahr verlängert wurde, ermöglichte mir diesen Aufenthalt. Anfang 2002 zog ich mit dem fertigen "Prolog" zurück in die Schweiz, wo das Manuskript 2006 seinen Abschluss fand. Seit Dezember 2007 arbeite ich sowohl in Berlin wie in Zürich. Den Verlag fand ich 2008. Nun liegt der Roman endlich vor.

 

Synopsis

»Geheime Agentin« ist ein historischer und gleichzeitig sehr zeitgenössischer Roman. Wer sich die Frage stellt, wo der Shakespeare'sche »Ort« ist, an dem Politik, gesellschaftliche Wirklichkeit und persönliches Macht­streben den schärfsten Ausdruck finden, wird sehen, dass die Welt der Geheimdienste heute die Bühne des klassischen Königshofes abgelöst hat. Nirgendwo wird Realität vielschichtiger widergespiegelt.


»Geheime Agentin« schildert den Geheimkrieg hinter dem Krieg 1939-45 aus der Perspektive der Alliierten, des Deutschen Reichs und der neutralen Schweiz – die, an der Türschwelle des nationalsozialistischen Deutsch­land, Schauplatz des direkten Schlagabtauschs der Geheimdienste der Kriegführenden war, und eine Dreh­scheibe für zwielichtige Nachrichtenhändler dazu.
Die »Abwehr« – der deutsche militärische Geheimdienst – erlangte Anfang 1942 über einen ins Nazilager gekippten Schweizer Bürodiener des US-Militärattachés Legge in Bern unter anderem Karbonpapiere geheimster Agentenberichte – mit Quellenvermerk – und ließ daraufhin nicht nur das US-Agentennetz hochgehen, sondern vermochte auch entscheidende alliierte Codes zu knacken.
Umgekehrt informierte der deutsche Widerstand von Januar 1943 den neuen US-Geheimdienstvertreter Allen Dulles in Bern fortlaufend über neu entschlüsselte, d.h. kompromittierte Codes und »verriet« hochgeheime Informationen über Waffenprojekte und geplante Offensiven. Die Hitlergegner in Berlin verstanden das nicht als »Verrat«, sondern als letzte verbliebene Möglichkeit von »Gegenarbeit« gegen das Naziregime, da Pläne für ein Attentat und einen Staatsstreich bis zum 20. Juli 1944 immer wieder scheiterten.
Dennoch hielten in erster Linie die Briten den deutschen Widerstand für eine Finte der SS. Denn am 9. November 1939 hatte der spätere Chef des SS-Geheimdienstes (»SD-Ausland«), Walter Schellenberg, zwei britische Geheimdienstleute im niederländisch-deutschen Grenzort Venlo – unter dem Vorwand, Vertreter der deutschen Militäropposition zu sein – in einen Hinterhalt gelockt und ins KZ Sachsenhausen entführt (zentrales Thema des Prologs).

Titelfigur ist die Engländerin Elizabeth Wiskemann. Ihr Vater war Deutscher. Nun operiert sie 1939-1945 als Agentin eines britischen Dienstes, der mit »Schwarzer Propaganda« gegen Nazideutschland befasst ist, in der Schweiz und trifft Geheimnisträger aus dem Reich. Doch deren Berichte können sich jeder Zeit als Desinfor­mationen entpuppen.
Gründlich misstrauen muss die Geheime Agentin der zweiten Hauptfigur, dem von weit rechts kommenden Vertreter des deutschen Widerstands Hans Bernd Gisevius. Als Abgesandter der Militäropposition ist er in Zürich im Deutschen Generalkonsulat als Abwehr­beauftragter tätig und leitet heimlich Angaben über Angriffstermine und entzifferte Codes an die Alliierten weiter. Aber seit Venlo glaubt ihm niemand mehr, und er rennt gegen eine Wand. Auch bei ihr. Sie muss ihn, als er sich ihr nähert, zum Teufel schicken. Nur der SS-Geheimdienst SD-Ausland weiß, dass es diese Verschwörer wirklich gibt – und jagt sie. Dabei lässt Schellenberg als Mann Heydrichs und Himmlers nichts unversucht, um den alliierten Geheimdiensten in der Schweiz den Boden zu entziehen.
Dritte Hauptfigur ist der ausgebürgerte Deutsche und Verleger Rudolf Roessler. In Luzern bildet er die Schaltstelle für den hochgeheimen Informationsfluss, der von der Zentrale der Berliner Verschwörer nach Moskau geht – bis ein Romeo-Spitzel in Genf auf eine Funkerin des russischen Netzes trifft und einen Funkschlüssel erbeutet. Daraufhin muss Gisevius in einem Verzweiflungsakt die Existenz dieses Netz an den Schweizer Geheimdienst »verraten«, der mit einer Razzia verhindert, dass die SS die Spur bis zum Ursprungsort der Meldungen, dem »Leck« in Berlin, zurückverfolgen kann. Damit sichert er der Militäropposition noch knapp die Frist bis zum »20. Juli«, denn längst haben Verhaf­tungen in Berlin die Widerstandsgruppe dezimiert.
Lüge, Täuschung und Verstellung sind die großen Themen dieses auf jahrelanger Aktenrecherche beruhenden historischen Romans – mit den Schauplätzen Berlin, Stuttgart, Bern, Zürich, Genf, Luzern, Den Haag, Warschau, London und New York.
Allein Elizabeth Wiskemanns Umsicht ist es zuzuschreiben, dass ihr Netz unzerstört bleibt, als der Bürodiener des US-Militärattaché auch den britischen Militärattaché Cartwright, der eng mit seinem amerikanischen Kollegen kooperierte, mit in die Katastrophe reißt.
Doch sie fühlt deutlich, dass geheime Agentinnen für ihre Tätigkeit einen höheren Preis bezahlen – selbst Liebesgeschichten verlaufen anders als bei Agenten …

»Gäbe es niemals eine ›Wahrheit‹ der Gefühle? Oder falls doch, worin ließe sie sich erkennen?«

»Gerade im Geheimdienst glauben sich viele vor Gefühlen sicher. Gefühle scheinen nicht zu existieren, höchstens als gefährliche Eintrittspforte für die Gegenseite. Also lassen sie sich keine anmerken. Wie Gespenster bewegten sie sich zwischen den Linien, quer durch den Irrgarten der Informationen und Desinformationen.«


»Geheime Agentin« ist ein Roman über die Wahrnehmung des deutschen Widerstands durch die Alliierten. Eine minutiöse Studie zum Thema Komplexität, Zufall und Verantwortung – der Versuch eines Psychogramms des Krieges.


Kontakt: peterkamber(at)web.de
oder
Liepman AG, Literary Agency
Englischviertelstrasse 59, CH-8032 Zürich
Tel. +41 43 268 23 -92; Fax +41 43 268 23 -81
www.liepmanagency.com


Artikel des Autors zu Themenfeldern des Romans seit Erscheinen von "Geheime Agentin":


"'Die Macht der Gesinnung' und 'das romantische Ich': Rudolf Roessler und der deutsche Widerstand 1939-1944"
, in: "Exil" (Frankfurt a. M.), 31.Jg., Nr. 1, 2011, S. 87-105 [noch nicht abrufbar]

"Wie ein Feuerregen. Erst jetzt entdeckte Augenzeugenberichte erzählen, wie die Menschen in Berlin die Bombennächte von 1943/44 erlebt haben", in:
"Berliner Zeitung", 26./27. Februar 2011 ("Magazin", S. 1-2)

"Ein Schweizer namens Fürst. Eine Berner Spionageaffäre. Jakob Fürst, ein Schweizer Nazi, spionierte 1942 als "Kanzleigehilfe" den US-Militärattaché aus und stürzte die alliierten Geheimdienste in eine Krise. Die USA mussten deshalb ihr Geheimdienstnetz an der "Schwelle des Deutschen Reiches" mitten im Krieg völlig neu aufbauen", in: "Die WochenZeitung" (WoZ), Zürich, 11. Februar 2010, Nr. 6, S. 7

 

Einen ersten kleinen Einblick in die Figurenwelt des Romans gab eine Serie von drei rein dokumentarischen Artikel, die im Magazin der "Basler Zeitung" erschienen [alle durch Anklicken abrufbar]:

 

24. April 1999: "Der Verrat von Vittel". Wie fiktive Pässe aus Übersee hätten vor der Deportation retten sollen

 

23. Januar 1999: "...und so bist Du der geschmähteste Dichter der Schweiz geworden". Die scharf beobachtete Mission des Nazi-Schriftstellers Jakob Schaffner 1940/41 in seiner schweizerischen Heimat

 

24. Oktober 1998: "Man nannte uns Landesverräter, Hochverräter". Wie J.M. das Versteck des Nationalbank-Goldes im Gotthard an die Nazis verriet

 

 

Vorabdruck [abrufbar]

 

"Der Bund", Bern. Dienstag, 10. November 2009, S. 36 und 37 (aus Teil I, Kapitel 6)

 

 
Zu meinem Verständnis des Genres historischer Roman durfte ich 2006 in der "Neuen Zürcher Zeitung" Stellung nehmen [abrufbar]:

 

26. August 2006: "Erinnerungsbilder - Konturen, Muster, Licht und Dunkel". Methoden literarischer und wissenschaftlicher Geschichtsschreibung

 
 

Chronik der Lesereise 2010 (für weitere Lesungen: Kontakt direkt über peterkamber(at)web.de)

Die Vorpremiere mit Lesungen aus dem Manuskript hatte an den Solothurner Literaturtagen stattgefunden: 22. - 24. Mai 2009
- Samstag, 23. Mai 2009, 12 Uhr: Lesung aus dem Roman (ab Band) im "Dunkelzelt"
- Samstag, 23. Mai 2009, 18 Uhr: Kurzlesung auf dem Klosterplatz
- Sonntag, 24. Mai 2009, 14 - 14.45 Uhr: Lesung im Landhaus Saal (1. Stock); Moderation: Thomas Feitknecht
)


Buchpremiere Zürich
Dienstag, 9. Februar 2010, 19 Uhr
Buchhandlung Orell Füssli, Filiale Niederdorf,
Marktgasse

Buchpremiere Bern
Donnerstag, 18. Februar 2010, 20 Uhr Lesung
Münstergass-Buchhandlung, Münstergasse 33

Lesung in Basel
Mittwoch, 3. März 2010, 19.30 Uhr
Kleines Literaturhaus der Bachletten-Buchhandlung, Bachlettenstr. 7, 4054 Basel

Buchpremiere Berlin
Donnerstag, 4. März 2010, 20 Uhr
Kaffee Burger, Bar, Torstr. 58,
(U-Bahn Rosa-Luxemburg-Platz)

Weitere Lesung in Zürich:
Mittwoch, 10. März 2010, 20 Uhr
Paranoia City Buch und Wein, neu: Ankerstrasse 12

Lesung in St. Gallen:
Donnerstag, 11. März 2010, 20 Uhr
Comedia-Buchhandlung, Katharinengasse 20

LESUNG AUF DER LEIPZIGER BUCHMESSE
Donnerstag, 18. März 2010, 17-17.30 Uhr,
Halle 5, E 600

LESUNG IN DER STADTBIBLIOTHEK BURGDORF
Dienstag, 4. Mai 2010, 20 Uhr
Bernstr. 5, CH-3400 Burgdorf

LESUNG IM LITERATURFORUM IM BRECHT-HAUS, BERLIN
Dienstag, 11. Mai 2010, 20 Uhr

LESUNG IN DER REGIONALBIBLIOTHEK LANGENTHAL/KT. BERN
Dienstag, 18. Mai 2010, 20 Uhr
Turnhallenstr. 22, CH-4900 Langenthal

LESUNG IM "MUSEUM IM BELLPARK", KRIENS BEI LUZERN
Mittwoch, 19. Mai 2010, 19.30
Luzernerstrasse 21, CH-6010 Kriens

LESUNG in der Stadtbibliothek Burgdorf/Schweiz
Dienstag, 15. JUNI 2010, 20 Uhr
Bernstr. 5, CH-3400 BURGDORF


Auf den Spuren der „Geheimen Agentin“ in BERN:
LESUNG AN ORIGINAL-SCHAUPLÄTZEN
Michaela Wendt (Vorleserin) und Peter Kamber
führen durch das Labyrinth der geheimen Dienste
Donnerstag, 17. Juni 2010, Beginn: 19.30
Besammlungsort: Münsterplatz, Bern (beim Brunnen)


LESUNG im Anschluss an die Generalversammlung
der Stiftung "Studienbibliothek der Geschichte
der Arbeiterbewegung", ZÜRICH
Mittwoch, 23. Juni 2010, Beginn GV: 19 Uhr
sogar theater, Josefstr. 106, CH-8005 Zürich


LESUNG IN HEIDELBERG
Donnerstag, 24. Juni 2010, 20 Uhr
Buchhandlung & Antiquariat Schöbel
Plöck 56 a
D-69117 Heidelberg


LESUNG IN BERLIN AUS ANLASS DES
GEDENKTAGES FÜR DEN DEUTSCHEN WIDERSTAND
20. Juli 2010, 19.30 UHR
Café Sibylle
Karl-Marx-Allee 72, Berlin-Friedrichshain
(U5 Strausberger Platz)

 
LESUNG MIT GESPRÄCH IN DER GEDENKSTÄTTE DEUTSCHER WIDERSTAND
Donnerstag, 23. September 2010, 19 Uhr
Stauffenbergstraße 13, 10785 Berlin


LESUNG IN MAGDEBURG
Donnerstag, 28. Oktober 2010, 19.30 Uhr
Stadtbibliothek Magdeburg
Breiter Weg 109
D-39104 Magdeburg

 


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